Die Dienstagskolumne: Kann man das auch mit Eiswürfeln haben?

Sommer in Deutschland bedeutet: Die Thermometer klettern über die 30-Grad-Marke und plötzlich gelten am Tresen und an der Kaffeemaschine alle physikalischen sowie geschmacklichen Grundgesetze als aufgehoben.
Denn mit der Hitzewelle kommt die eine Frage, die jeden Barista und Gastronomen nachts im Schlaf verfolgt: „Geht das eigentlich auch als Kaltgetränk?“
An sich kein Problem. Cold Brew, Iced Latte, Espresso Freddo – kennen wir, schätzen wir, servieren wir liebend gern. Aber die Hitze-Kreativität mancher Gäste kennt im Hochsommer schlichtweg keine Grenzen mehr. Es beginnt harmlos beim Iced Matcha, wandert weiter zum iced Kamillentee gegen die Aufregung und gipfelt schließlich in der ernstgemeinten Anfrage, ob man den doppelten Ristretto nicht einfach direkt über einer Kugel Schokoeis und vier eisgekühlten Eiswürfeln im Cocktailshaker aufschäumen kann.
Dass das Ergebnis dann kein Kaffee mehr ist, sondern flüssiges, geronnenes Temperatur-Chaos, wird elegant ignoriert. Hauptsache, es klirrt im Glas. Die Grenze zwischen erfrischender Barista-Kunst und wildem Getränke-Experiment verschwimmt bei 35 Grad im Schatten schneller als eine Kugel Vanilleeis in der Mittagssonne.
Eigentlich warten wir im Team nur noch auf den Tag, an dem der erste Gast an einem heißen Augusttag an die Bar tritt und eine Iced Glühwein-Latte für die erfrischende Note bestellt.





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